Probleme des Naturalismus als Weltanschauung und Wissenschaftsparadigma

Günter Bechly


Was ist Naturalismus?

Naturalismus ist die Auffassung, dass die Natur ein geschlossenes System ist und außer Raum, Zeit und Materie/Energie nichts existiert. Alles sei rein naturgesetzlich erklärbar. Naturalismus verneint also jegliche immaterielle und übernatürliche Einflüsse auf das Naturgeschehen und somit auch jegliche echte Teleologie. Aus dieser Auffassung folgt in der Regel die Akzeptanz einer materialistischen und physikalistischen Ontologie (alles ist letztlich nur physikalische Realität), sowie oft eine reduktionistische und szientistische Sichtweise, nachdem nur die Naturwissenschaften richtige Antworten auf alle sinnvollen Fragen geben können. Dieser Ontologische Naturalismus wird von extremen Vertretern auch als die Nullhypothese der Naturwissenschaften bezeichnet (z.B. Neukamm 2009).

 

Eine schwächere Form ist der sogenannte Methodologische Naturalismus, der heute oft als untrennbar von der wissenschaftlichen Methode gesehen wird. Laut methodischem Naturalismus müssen die Naturwissenschaften davon ausgehen, das alle Naturerscheinungen und Naturprozesse auf natürlicher Verursachung basieren. Es wird somit a priori ausgeschlossen, dass die Naturwissenschaften Hinweise auf immaterielle oder intelligente Verursachung liefern können.

 

Erklärungsdefizite des Ontologischen Naturalismus und Materialismus:

Die Behauptung, dass der Naturalismus die Nullhypothese der Naturwissenschaften sei, basiert ausschließlich auf der angeblich höheren Sparsamkeit des Naturalismus, da dieser alle Naturprozesse hinlänglich erkläre und keine unnötigen Zusatzannahmen wie Seelen und Götter mache. Deshalb trage der Naturalismus keine Beweislast, im Gegensatz zu Weltanschauungen, die solche Zusatzannahmen einführen. Dass der Naturalismus jedoch die Natur tatsächlich hinreichend erklärt ist aber genau der strittige Punkt. Eine Vielzahl von Fragen, wie der Ursprung der Naturgesetze, die Natur der Kausalität, die Nützlichkeit der Mathematik in den Naturwissenschaften (Wigner), das Universalienproblem, die Feinabstimmung des Universums oder die Entstehung des Lebens, ganz zu Schweigen vom harten Problem des Bewusstseins (Chalmers), persönlicher Identität in der Zeit, Rationalität und Intentionalität sowie Willensfreiheit werden eben alle nicht hinreichend durch Naturalismus erklärt, was großteils sogar die Grundlage für jede Naturwissenschaft untergraben würde. Hinzu kommen mathematische Probleme für den Naturalismus, wie beispielsweise der Gödelsche Unvollständigkeitssatz. Albert Einstein sagte einmal, man solle Erklärungen so einfach machen wie nötig, aber nicht einfacher. Dies ist genau die Crux des Naturalismus, denn er vereinfacht soweit, dass er vieles nicht mehr erklären kann. Sparsamkeit ist nicht das einzige Kriterium um Hypothesen zu bewerten, sondern nur ein Auswahlkriterium zwischen Hypothesen gleicher Erklärungskraft und Erklärungstiefe.

 

Probleme von nicht-materialistischen Formen des Naturalismus:

In Arbeit! (Probleme von David Ray Griffins nicht-materialistischen Naturalismus und von Tegmarks Mathematischem Universum als pythagoreischer Form eines Ontischen Strukturenrealismus)

 

Probleme des Methodologischen Naturalismus:

In Arbeit! (siehe: Monton 2006)